Die Silikose ist eine schwere Lungenerkrankung, die durch das Einatmen von kristallinem Siliziumdioxidstaub verursacht wird. Steinmetze sind besonders gefährdet: Beim Sägen oder Schleifen von Granit, Marmor, Sandstein oder Kunststeinen entstehen sehr feine Staubwolken, die nicht sichtbar sind.
Diese Partikel gelangen bis in die Lungenbläschen, was eine irreversible Fibrose auslöst.
Silikose führt zu einer irreversiblen und invalidisierenden Lungenfibrose. Es gibt keine heilende Behandlung: Nur Prävention (Beendigung der Exposition, Schutzmaßnahmen) kann das Fortschreiten der Krankheit begrenzen.

Information: Eingeatmetes kristallines Siliziumdioxid (Quarz, Cristobalit) wird als sicher krebserregend für den Menschen eingestuft (IARC Gruppe 1).
Sommaire
Risikobelastung bei Steinmetzen

Steinmetze bearbeiten oft Naturstein (Granit, Marmor, Sandstein…) oder Kunststein. Beim Sägen, Schleifen oder Fräsen wird Siliziumdioxidstaub in die Luft freigesetzt.
Ohne geeignete Schutzmaßnahmen werden diese feinen Stäube eingeatmet und sammeln sich in der Lunge an. Die Gefährlichkeit hängt vom bearbeiteten Material ab: Zum Beispiel kann rekonstituierter Stein (künstlich hergestellt) bis zu 95 % kristallines Siliziumdioxid enthalten.
Risikoreiche Tätigkeiten: Zuschneiden von Steinblöcken (Sägen, Trennen), Schleifen/Polieren von Oberflächen, Abbruch oder Gewinnung von Gestein, Bildhauerei usw.
Siliziumdioxidgehalt einiger Materialien
| Material | Kristallines Siliziumdioxid (%) |
| Quarzit | > 95 % |
| Sandstein | > 90 % |
| Rekonstituierte Steine (künstlich) | bis zu 95 % |
| Granit | bis zu 30 % |
Dieser hohe Gehalt erklärt, warum Steinmetze einem hohen Risiko ausgesetzt sind: Selbst kurzzeitige Expositionen können ausreichen, um die Krankheit auszulösen.
Symptome und Komplikationen der Silikose bei Steinmetzen
Silikose entwickelt sich langsam. Ihre ersten Symptome sind ein chronischer trockener Husten und Atemnot bei Anstrengung, die oft erst nach mehreren Jahren Exposition auftreten.
Die Diagnose erfolgt radiologisch: Man beobachtet Lungenknötchen (Verschattungen), die in den Lungenspitzen vorherrschen.
Leider treten die Anzeichen spät auf, was die Früherkennung oft verzögert. Die Entwicklung schreitet auch nach Beendigung der Exposition fort, was zu Atem- und Herzinsuffizienz führt.
Häufige Komplikationen
Lungentuberkulose (als Hauptkomplikation angesehen), chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Lungenemphysem, sowie ein erhöhtes Risiko für Bronchialkarzinome (Siliziumdioxid ist ein erwiesenes Karzinogen).
In einer Studie zeigten von 35 beobachteten Steinmetzen 28 bereits eine Silikose (80 %) nach nur ~2 Jahren Exposition in einer prekären Werkstatt. Dies unterstreicht, wie schnell die Krankheit bei fehlendem Schutz auftreten kann.
Tragischer Fall im Zusammenhang mit Kunststein
Ein aktueller Fall verdeutlicht die Gefahren: Im Jahr 2024 verstarb ein 48-jähriger polnischer Steinmetz, der im Vereinigten Königreich arbeitete, an einer Lungenerkrankung („Silikose durch Kunststein“), nachdem er Arbeitsplatten aus rekonstituiertem Stein zugeschnitten hatte.
Seine Familie und Verbände betonten, dass sein Tod vollständig vermeidbar gewesen wäre, und hoffen, dass dies als Weckruf für die Industrie und die Behörden dient (um die Arbeitsbedingungen zu verbessern).
Dieser Fall erinnert daran, dass die wachsende Beliebtheit von Kunststeinen (sehr reich an Siliziumdioxid) das Risiko für Steinmetze vervielfacht, wenn nichts zu ihrem Schutz unternommen wird.
Prävention und Schutzmaßnahmen
Die Prävention von Siliziumdioxidstaub ist unerlässlich. Das Tragen von Atemschutz (Maske P2/FFP2 oder P3) ist bei Stein-Staubbelastung obligatorisch.
Die ANSES empfiehlt, Nassbearbeitung zu verallgemeinern (Bewässerung) und eine Absaugung an der Quelle (lokale Absaugung) einzurichten, um den einatembaren Staub zu reduzieren. Es muss auch für eine gute Belüftung der Werkstatt gesorgt werden (vgl. belüftete Kabinen, Entstauber). Schließlich sind Schulung und Sensibilisierung unerlässlich: Wie die OPPBTP betont, müssen die Arbeiter verstehen, dass Siliziumdioxidstaub geruchlos ist und eine verzögerte Wirkung hat, und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen.
Wichtige Maßnahmen
Sägen/Schleifen mit regelmäßiger Bewässerung durchführen, Absauganlagen oder Punktabsaugungen installieren, systematisch eine geeignete Filtermaske tragen, die Werkstatt durch Absaugen reinigen (kein Trockenfegen) und regelmäßige technische Kontrollen der Ausrüstung (Filter, Motoren) durchführen.
Die Kombination dieser Maßnahmen (kollektive und individuelle) begrenzt die Exposition stark. Eine jährliche medizinische Überwachung (pneumologische Untersuchungen, Röntgenaufnahmen, Spirometrie) wird auch für exponierte Handwerker empfohlen, um eine mögliche Schädigung frühzeitig zu erkennen.
Gesetzliche Anerkennung
In Frankreich ist die Berufskrankheit Silikose anerkannt: Sie ist in der Tabelle Nr. 25 der Berufskrankheiten aufgeführt: „Erkrankungen infolge des Einatmens von mineralischen Stäuben, die kristallines Siliziumdioxid enthalten“. Wird sie bei einem exponierten Steinmetz diagnostiziert, kann sie als Berufskrankheit gemeldet werden, was Anspruch auf Versorgung und Entschädigung (Rente, Vorsorge usw.) begründet.
In der Praxis muss jede Werkstatt regelmäßig die Risiken von Siliziumdioxidstaub bewerten (Inventar der siliziumhaltigen Materialien, Konzentrationsmessung) und ihren Präventionsplan aktualisieren. Das Ziel ist klar: die Gesundheit der Handwerker zu schützen. Da Silikose unheilbar ist, bleibt die einzige wirksame „Behandlung“, sie nicht zu bekommen – indem die Staubinhalation von Beginn der Karriere an maximal reduziert wird.
Wichtige Erkenntnisse
Der Beruf des Steinmetzes birgt ein hohes Silikoserisiko, wenn keine Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die Symptome treten spät auf, und die Krankheit schreitet auch nach Beendigung der Exposition fort.
Es ist daher von entscheidender Bedeutung, Präventionsmaßnahmen (Nassbearbeitung, Absaugung an der Quelle, Atemschutz) umzusetzen und die Gesundheit der Arbeiter regelmäßig zu überwachen. Keine moderne Technik rechtfertigt es, Staub zu vernachlässigen: Es gibt Lösungen (belüftete Kabinen, Absaugkästen usw.), die systematisch eingesetzt werden müssen, damit kein Steinmetz sein Leben beim Bearbeiten von Stein riskiert.
